Derzeit ist Bewegung in der Volleyball-Landschaft in Markkleeberg. Mitglieder der Abteilung Volleyball der TSG treten aus dem Großverein aus und gründen einen neuen Verein.
Wie stehst du dazu?
TN: Prinzipiell ist jeder Austritt aus der TSG zu bedauern. Ich verstehe aber auch diejenigen, die der TSG den Rücken kehren möchten. Für die Durchführung von Mannschaftswettkämpfen in einer teils profimäßigen Liga benötigst du auch ein professionelles Umfeld, welches darauf ausgerichtet ist.
Kann die TSG dies nicht leisten?
TN: Wir sind ein Verein mit derzeit ca. 1.600 Mitgliedern, welcher hauptsächlich ehrenamtlich geführt wird und auf Breitensport mit Wettkämpfen in unteren Ligen ausgelegt ist. Die meisten unserer Mitglieder wollen nur ihr wöchentliches Training und manchmal noch einen Wettkampf durchführen.
Konnten die Strukturen dafür nicht geschaffen werden?
TN: Dies ist vor allem aus finanziellen Gründen schwer umsetzbar. Zusätzliche Arbeitsplätze kosten Geld. Die eingenommenen Sponsorengelder waren alle zweckgebunden für die 1. Damenmannschaft, die Neuseenlandvolleys.
Die Abteilung Volleyball beanspruchte jetzt schon ca. 50 Prozent der Reise-, Übungsleiter- und Ausbildungskosten des gesamten Vereins. Trotzdem sind auch die Abteilungsbeiträge der Abteilung Volleyball in den letzten Jahren erheblich gestiegen.
Gibt es denn zur Zeit finanzielle Herausforderungen?
TN: Als eingetragener Verein dürfen wir keine Gewinne erwirtschaften. Die erhaltenen Beiträge und Fördergelder müssen zeitnah und zweckgebunden ausgegeben werden. Dies ist immer eine Aufgabe für alle, die mit Finanzen zu tun haben. Dies hat sich aber in der TSG über die Jahrzehnte sehr gut entwickelt. Wir stehen auf soliden Füßen.
Wird es weiterhin Volleyball bei der TSG geben?
TN: Ja, wir wollen diese jahrzehntelange Tradition fortführen. Die Hallenzeiten bleiben den entsprechenden Trainingsgruppen, die sich für die TSG entscheiden, erhalten. Welche neuen Wege bei der TSG beschritten werden, das wird die Zukunft zeigen.
Wie geht die TSG mit dem neuen Volleyballverein um?
TN: Auf jeden Fall positiv. Wir wollen alle Sport für unser Markkleeberg organisieren, auch wenn die Ausrichtungen unterschiedlich sein werden. Das größte Problem werden nach wie vor die zu knappen Hallenzeiten sein. Ich hoffe und wünsche, dass wir dabei gemeinsam vorankommen.
Was würdest du Volleyballern empfehlen, die noch unentschlossen bei der Entscheidung sind, zu bleiben oder zu wechseln?
TN: Jeder muss selbst wissen, mit welchen Zielen er Sport treiben möchte. Wir von der TSG bieten, wie schon angesprochen, Teams, die bleiben, die Gewähr, ihre Hallenzeiten zu behalten. Die Abwägung muss letztlich jedoch jeder selbst treffen.
Stichwort Jahreshauptversammlung. Hängt die Verschiebung des Termins für die jährliche Mitgliederveranstaltung mit dem Austritt der Volleyballer zusammen?
TN: Der Prozess der Umstrukturierung in der Abteilung wird sich bis in den Sommer hinein erstrecken. Wir möchten mit klaren Verhältnissen unsere Jahreshauptversammlung abhalten und haben daher den Termin verlegt. Neuer Termin wird im September sein.
Was sind deine Wünsche für den Sport in Markkleeberg?
TN: Dass wir alle gemeinsam den Sport in Markkleeberg weiter entwickeln können. Ganz wichtig ist dabei der Bau einer neuen Sporthalle, um den wachsenden Bedarf und die hohe Nachfrage in der Stadt abzudecken. Wenn die Sportvereine das gesunkene Sportpensum in den Schulen ausgleichen sollen, sind auch Hallenzeiten und viele Ehrenamtliche notwendig. In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl in Markkleeberg gestiegen und wird auch weiter wachsen. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht, dass Neues entsteht. Das Freizeitangebot muss sich dabei auch weiter entwickeln können. Die derzeitige Situation, dass es ständig Diskussionen um die vorhandenen, limitierten Hallenzeiten gibt und dass wir Sportwillige wegschicken müssen, ist für mich nicht haltbar. Sport sollte für jeden, der darauf Lust hat, ein Teil des Lebens sein können. Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, Sport zu treiben.
Vielen Dank für das Gespräch.
Anja Buschendorf, Pressewartin
