Ein denkwürdiger und nervenaufreibender Volleyball-Sonntagnachmittag liegt hinter uns. Alle, die dabei waren, werden es wohl auch so empfunden haben, glaube ich. Für alle, die es nicht miterleben konnten, ersatzweise nachfolgender Bericht.

Nachdem schon das Auswärtsfinalspiel für die 1. Damen der Neuseenland Volleys Mark-kleeberg bei den LE Volleys in der Sporthalle Leplaystraße vor einer wahren Heimspielkulisse stattfand, erlebte die Markkleeberger Dreifelderhalle beim Rückspiel am 03.04.2022 ein schon lange nicht mehr dagewesenes Volleyballspektakel. Etwa 350 Zuschauer, darunter der Landrat Henry Graichen, der Oberbürgermeister Karsten Schütze und Gattin, der Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen Christian Dahms und TSG-Präsident Thomas Nürnberger und Gattin, Sponsoren und weitere Mitglieder des Förderkreises Neuse-enland-Volleys Markkleeberg, aber auch zahlreiche LE Volleys Fans, sorgten auf der Tribüne und auf zusätzlich aufgestellten Bänken im Hallenbereich erstmalig wieder ohne Impf-/Testkontrolle und Maskenpflicht für eine wahrhaftige Endspielstimmung. Davon getragen lieferten die beiden die Regionalligasaison dominierenden Damenteams ein spannendes, wenn auch nicht immer hochklassiges, zweites Finalspiel.

Dass „der 3:1-Auswärtssieg am 26.03.2022 wirklich nur die halbe Miete für die Markkleeber-gerinnen auf dem Weg zum Aufstieg“ war, wie Trainer Tim Reichenbach vor dem Spiel sag-te, zeigte sich bald, denn die gegen verkrampfte, übernervöse Markkleebergerinnen locker aufspielenden Leipzigerinnen gewannen relativ eindeutig die ersten beiden Sätze (25:21 und 25:17), von den 19 kleinen Punkten „Vorsprung“ der Markkleebergerinnen blieben nur 7. Alles sah nach einem klaren 3:0 und dem Ende der Markkleeberger Aufstiegsträume aus. Etwas Ernüchterung machte sich breit bei den Markkleeberger Fans, doch sie gaben nicht auf, die Mannschaft anzufeuern. Denn der 3.Satz musste nun unbedingt gewonnen wer-den, und das mit möglichst wenig kleinen Punkten der Leipzigerinnen. Glücklicherweise gelang dies nach Rückstand zu Beginn mit Kampf, Glück und Geschick (25:20) doch noch, auch weil die Einwechslung der mit allen Volleyballwassern gewaschenen Co-Trainerin Sandra Peter jetzt endlich die erhoffte Ruhe ins Spiel brachte.

Aber nun stand man vor der Situation, die man eigentlich vermeiden wollte – dem Kampf um die kleinen Punkte. Der 4. Satz wurde dementsprechend ein wahrer Krimi – er musste von den Neuseenland-Volleys Markkleeberg entweder gewonnen oder bei einem erneu-ten Satzverlust mussten mehr als 12 eigene kleine Punkte erreicht werden. Der Satz verlief erneut nervös – zu viel stand für beide Teams auf dem Spiel -, wies aber wie schon die Sät-ze zuvor doch einige kampfbetonte lange Ballwechsel auf, die speziell Damenvolleyball so interessant und sehenswert machen Und leider ging er für die Markkleebergerinnen mit 15:25 verloren und damit auch das Spiel mit 1:3. Das Hinspielergebnis nach Sätzen wurde also ausgeglichen, und die kleinen Punkte mussten die Entscheidung bringen.

Drei lange Minuten nahmen sich die insgesamt gut agierenden Schiedsrichter Zeit zum ge-nauen Zählen, dann gaben sie das Endergebnis der beiden Finalspiele bekannt: die Neu-seenland-Volleys Markkleeberg hatten mit 2 kleinen Punkten Vorsprung gewonnen und sich so unvorstellbar knapp den Aufstieg in die 3. Liga gesichert – grenzenloser Jubel der Markkleeberger Spielerinnen und Fans, begleitet von einer Goldflitterfontäne, brach aus.


Goldmedaillen, „Aufsteiger“ – Jerseys und Blumen wurden den Spielerinnen von den Her-ren Graichen, Schütze, Dahms und Nürnberger überreicht. Absoluter Höhepunkt war die Übergabe des Pokals für den Regionalligasieg, gestiftet von Oberbürgermeister Schütze, an Kapitänin Maxi Klupsch, begleitet von einer erneuten Goldflitterfontäne und einer Sektdu-sche. All das verdienter Lohn für viel Trainingsfleiß und -schweiß, großartigen mannschaftli-chen Zusammenhalt und unbändigen Siegeswillen auch im letzten, entscheidenden Spiel.


Den insgesamt nur um ganze 2 kleine Punkte unterlegenen Damen der LE Volleys und ihren Trainern gilt unser Dank für ein spannendes Saisonfinale und unser Trost, wie der glückliche, aber sichtlich „geschaffte“ Trainer Tim Reichenbach auch im Schlussinterview mit Hallen-sprecher Thomas Michael zum Ausdruck brachte, der wieder alles gegeben hatte, um uns „einzuheizen“.

Eine durch pandemiebedingte Einschränkungen für den Vereinssport gekennzeichnete und insoweit schwierige Saison 2021/22 fand so für Mannschaft und Trainer ein verdient er-freuliches Ende. Nachdem nur eine Halbserie der Saison gespielt worden war (und das mit Unterbrechungen durch die Schließung der Sporthallen in Sachsen und begleitet durch so manchen coronabedingten Ausfall von Spielerinnen), die die Markkleebergerinnen auf Tabellenplatz 1 beendeten, hatte der Volleyballverband bestimmt, dass der Aufsteiger in die 3. Liga in einer ungewohnten pokalähnlichen Zwischen- und Finalrunde der vier Erst-platzierten der Saison ermittelt werden soll. Auch bei diesen Spielen hatte das Virus noch seine „Hände im Spiel“, doch wenigstens die beiden Finalspiele fanden dann unter fast normalen Bedingungen statt.
Team und Trainergespann Tim Reichenbach/Sandra Peter bedanken sich bei der Abtei-lung Volleyball, dem Gesamtverein TSG Markkleeberg von 1903 e.V., der Stadtverwaltung Markkleeberg, den Sponsoren und Ihnen, den Mitgliedern des Förderkreises Neuseenland Volleys Markkleeberg, die auf verschiedene, aber wirkungsvolle Weise das „Projekt 3. Liga“ bisher nach Kräften unterstützt haben. Ein großes Dankeschön gilt auch dem Hausmeister Ingo Muhl und den beiden Hallenwarten Sergey Tichshenko und Marco Buda für eine wie-derum top vorbereitete und am Ende gemeinsam mit den Spielerinnen und Helfer*innen von Goldflimmer und Sektspuren genauso top wieder befreite Dreifelderhalle.

Noch lange wurde von Fans und Spielerinnen im Hallenfoyer gefeiert, wobei aber auch schon der eine oder andere Gedanke in Richtung der Ende September beginnenden Sai-son ging. Dafür, dass ausreichend und gut Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränke und zum guten Schluss sogar noch Pizza vorhanden waren, sorgte, wie an allen Spieltagen der Sai-son, Familie Reichenbach. Auch dafür gilt herzlicher Dank.

Das „Projekt 3. Liga“ hat mit dem erreichten Aufstieg aber quasi gerade erst begonnen. Das Ziel der Saison ist es nun, in der anspruchsvollen 3. Liga Ost, wie es genau heißen muss, an der Grenze zum Profivolleyball mit leistungs- und finanzstarken Gegnern aus den 3 Bun-desländern Bayern (vor allem), Sachsen und Thüringen zu bestehen. Dies wird sportlich, fi-nanziell und organisatorisch alle weit stärker herausfordern als die Spiele in der Regionalliga. Zudem sollen die anderen zahlreichen Mannschaften der Abteilung Volleyball, insbesonde-re der uns so wichtige Kinder- und Jugendbereich, ebenfalls weiterentwickelt werden. Denn zwar ist es wichtig, einen „Leuchtturm“ zu haben, an dem man sich orientieren kann und der für die breite öffentliche Wahrnehmung sorgt, doch der wird nur so lange ein helles Leuchtfeuer aussenden können, wie sein „Unterbau, also das Gesamtgefüge der Abteilung und des Vereins ihn (unter)stützen. Und (nur) so bleibt bzw. wird man auch für die Stadt, Spender, Sponsoren und den Förderkreis interessant(er).

Die Begeisterung des sportlichen Wettkampfes lenkte für eine kurze Zeit von den Gedanken an die Opfer ab, die der leider immer noch andauernde Krieg in der Ukraine fordert. Wenn wir auch direkt nichts gegen den Krieg tun können, sollten wir so gut es uns möglich ist die ukrainischen Flüchtlinge unterstützen, auch wenn sie anfragen, ob sie am Sport in unserem Verein teilnehmen können.

gez. Rainer Leipnitz
TSG-Ehrenpräsident / Ansprechpartner Förderkreis

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