Liebe TSG-Mitglieder,

nun sind es schon fast 4 Wochen, dass die Markkleeberger Sportanlagen wegen des Coronavirus‘ gesperrt sind. Natürlich fehlt uns allen die angeleitete sportliche Betätigung im Kreise der Sportfreunde unserer Trainingsgruppen. Doch es ist unvermeidlich, die angeordneten Verhaltensmaßregeln einzuhalten. Zuerst natürlich, um uns gegenseitig gegen den Virus zu schützen und seine Verbreitung zu minimieren, aber eben auch, um baldmöglichst wieder zur Normalität zurückkehren zu können, also auch zu unserem geliebten Vereinssport.

Viel ist in den Medien u.a. auch darüber zu lesen/hören, dass es den Sportvereinen durch die Coronakrise schlecht geht. Dementsprechend werden diverse Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Und so mancher Verein im Profibereich versucht, seine durch den Wegfall der Eintrittsgelder für die Wettkämpfe, Sponsorenleistungen und Fernsehgelder fehlenden Einnahmen durch selbstinitiierte Ersatzmaßnahmen zumindest teilweise zu kompensieren. Viele, zugegebenermaßen nicht schlecht verdienende, Profis verzichten auf Gehaltsanteile oder beteiligen sich an Spendenaktionen. Ich finde es höchst erfreulich, dass sich so viele Menschen ungeachtet ihrer vielleicht persönlich auch nicht gerade erfreulichen Situation solidarisch an diesen Aktionen beteiligen, Eintrittskarten für fiktive Punktspiele oder Werbepakete erwerben oder spenden. Auch ich habe mich an solchen Aktionen beteiligt, denn was wäre der Leipziger Sport ohne z.B. hochklassigen Hand- oder Fußball. Was die TSG betrifft, kann ich Euch/Ihnen quasi als frohe Osterbotschaft sagen, dass wir nicht in einer existenzbedrohten Lage sind. Und dies maßgeblich Dank Euch/Ihnen ! Was meine ich damit ? Nun, zum 31.03.20 haben wir die Mitgliedsbeiträge eingezogen. Dies war diesmal eine besondere Herausforderung, da zum einen seit 01.01.2020 eine (im März 2019 von der JHV beschlossene) neue Beitragsrichtlinie gilt, die sowohl höhere Beiträge als auch eine halbjährliche Zahlung beinhaltet, und dies zum anderen eben zusammenfiel mit den Einschränkungen zuerst durch die Sanierung der DFH und dann durch Corona. Dadurch wurden wir alle in dieser ohnehin schwierigen Zeit auch noch mit einer ungewohnten, höheren Beitragsabbuchung konfrontiert. Für mich ist es ein Zeichen großen Verständnisses der Mitglieder und ihrer Solidarität mit ihrem, unserem Verein, der quasi ja seine „Gegenleistung“ Sportangebot zeitweilig nicht erbringen kann, dass sich die Zahl der Rückbelastungen (Widersprüche gegen die Lastschrift) bisher dennoch in erfreulich geringen Grenzen gehalten hat.

Wir finanzieren uns bekanntlich zu etwa der Hälfte durch unsere Grund- und Abteilungsbeiträge, also können wir bei Disziplin auf der Ausgabenseite finanziell schon einige Zeit stabil bleiben, selbst wenn andere Einnahmen ausbleiben. Sponsorenleistungen waren i.d.R. für die Wettkampfsaison 2019/20 komplett geleistet, reichen also quasi bis zum Sommer. Einige Sponsoren haben erwartungsgemäß allerdings schon signalisiert, dass es mit der Unterstützung für die kommende Saison Probleme geben kann. Insoweit rechne ich mit der Kündigung einiger Sponsorenverträge oder zumindest mit dem zeitweiligen Ausbleiben der vertragsgemäßen Zahlungen. Aber auch das werden wir dank unserer glücklicherweise soliden finanziellen Basis einige Zeit lang überstehen können. Vor allem auch dann, wenn die „normalen“ Förderungen durch die Stadt, den Landkreis und das Land Sachsen für 2020 uneingeschränkt erfolgen. Und das ist von allen angekündigt. Tritt es so ein, werde ich im Vorstand anregen, dass wir Sponsoren mit Problemen sagen können, dass Sie auch bei nicht möglicher oder zeitversetzter Zahlung des Jahresbetrages 2020/21 unsere Werbegegenleistung (Trikot-/Bandenwerbung usw.) erhalten. Auch die bisherigen Anzeigenpartner für das TSG Echo könnten wir bei Bedarf dadurch unterstützen, dass wir ihre Werbung kostenlos abdrucken. Dadurch müssen wir dann natürlich die Kosten für Entwurf, Satz und Druck des TSG Echos 2020 (es ist die Jubiläumsausgabe 20, die nicht wegen des Virus‘ ausfallen soll, meine ich) entsprechend anteilig aus Eigenmitteln tragen. Zu besprechen wird auch sein, ob wir nicht unseren Übungsleitern die ihnen für das Training unter normalen Bedingungen zustehenden Aufwandsentschädigungen zukommen lassen, obwohl sie aktuell kein Training leiten können. Das wäre ein kleines zusätzliches Dankeschön für ihren andauernden Einsatz und gleichzeitig Ansporn dafür, nach der Sportpause wieder voll zur Verfügung zu stehen und die Zeit zu nutzen, sich auf das Training nach Corona speziell vorzubereiten. Dies gilt ähnlich auch für die Ehrenamtspauschale für die in Vorstand, seinen Gremien und den Abteilungsleitungen auch in Coronazeiten ehrenamtlich Aktiven. Wenn wir es uns annähernd leisten können, sollte auch diese bescheidene Anerkennung nicht entfallen. Was die Hallennutzungsgebühren angeht, habe ich den OBM, Herrn Schütze, gebeten, uns für die Zeit der Sperrung der Sportanlagen von dieser komplett zu entlasten (auch wenn in dieser Zeit bestimmte Betriebskosten auch ohne Training/Wettkämpfe anfallen). Er hat bereits signalisiert, dass darüber nachgedacht wird, auch wenn natürlich die Kommune selbst ebenfalls von der Krise betroffen ist und die Löcher im Haushalt größer werden. Ich danke nochmals allen, die in diesen schwierigen Zeiten solidarisch zu ihrem, unserem Verein stehen. Alle, die dem Einzug der Beiträge aktuell widersprochen hatten, bitte ich um ein Überdenken ihrer Position. Die Geschäftsstelle wird einen zweiten Versuch des Bankeinzugs unternehmen. Es wäre super, wenn wir danach feststellen könnten, dass alle Mitglieder die Zahlung geleistet haben. Wer aber z.B. durch wirtschaftliche Schwierigkeiten seines Arbeitgebers, Kurzarbeit, Erkrankung o.ä. in eine unverschuldete eigene wirtschaftliche Notlage gerät, wendet sich bitte vertrauensvoll an seine Abteilungsleitung, die diesbezüglich nach Überprüfung auch antragsberechtigt hinsichtlich Grundbeitragsreduzierungen beim Vorstand ist.

Ich wünsche Ihnen/Euch allen ein trotz alle Widrigkeiten und Erschwernissen frohes Osterfest bei hoffentlich bester Gesundheit. Hoffen wir gemeinsam auf eine baldige Beruhigung der Situation und tun wir alle bitte weiterhin unser Möglichstes dafür. Dann kommen auch wieder bessere Zeiten, generell und auch für den geliebten Sport in unserem Verein !

Eine Anregung habe ich zum Schluss noch: nutzen wir die aktuelle Situation doch, um auch außerhalb des Vereins im Rahmen unsrer jeweiligen Möglichkeiten andere zu unterstützen, die es momentan sehr schwer haben. Meine Frau und ich werden z.B. zu Ostern die kulinarischen Angebote unserer Sponsoren Ratskeller zur Linde und Sportcasino in Anspruch nehmen. Das ist nicht nur total einfach (geht per Telefon, E-Mail, WhatsApp usw.), sondern für die Unternehmen sehr wichtig. Zudem ist die Dankbarkeit, die man für die Unterstützung erhält, ein schönes Gefühl.

Seit kurzem gibt es in Markkleeberg einen Online-Marktplatz. Dort können sich lokale Unternehmen mit ihren Angeboten in der Corona-Zeit eintragen, also z.B.. Abhol- und Lieferdienste, besondere Öffnungszeiten oder besondere Angebote.
Den Online-Marktplatz findet man hier: https://markkleeberg.stark.business.

Markkleeberg, am 11.04.2020

gez. Rainer Leipnitz / TSG-Präsident
Tuesday the 14th. .