Am Dienstag, 20. März 2018, hieß es in der Aula des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums wieder: „Herzlich willkommen zur Jahreshauptversammlung der TSG Markkleeberg“. Präsident Rainer Leipnitz begrüßte die 10 Gäste, die der Einladung gefolgt waren, so u.a. den Landrat des Landkreises Leipzig Henry Graichen, das Mitglied des Sächsischen Landtages Oliver Fritzsche, Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze und den Präsidenten des Kreissportbundes Leipzig-Land Wolfgang Klinger.

 

Aus den Reihen unseres Vereins gerade mal 54 Sportfreundinnen und Sportfreunde begrüßen – die niedrigste Zahl seit 1990, was bei einer Mitgliederzahl von 1100 Erwachsenen schon recht nachdenklich stimmt.

Zu Beginn wurde eine Gedenkminute eingelegt für die im vergangenen Jahr verstorbenen 4 Mitglieder unseres Vereins. Darauf folgte der Bericht des Vorstandes, vorgetragen vom TSG-Präsidenten. Er berichtete von herausragenden Erfolgen einzelner TSG-Abteilungen und –Athleten, wie z.B. der Erringung wieder zahlreicher Meistertitel der Leichtathleten und den trotz letztlichem Abstieg erfolgreichen Auftritten der Neuseenland-Volleys in der 3. Liga Ost. Die Schachspielerin Katja Amann wurde Sachsenmeisterin im Blitzschach. Unser Leichtathlet Felix Biewald war bei der Kreissportlerwahl im vergangenen Jahr in der Kategorie Bester Sportler auf den 2. Platz gewählt worden. Birgit Allenstein, Abteilungsleiterin der Judoka, erhielt die Auszeichnung des Kreissportbundes für das Ehrenamt. Die Triathleten des Vereins werden seit einiger Zeit von Manuela Süß, zweimal Teilnehmerin des Ironman auf Hawaii, trainiert. Rainer Leipnitz würdigte diese Leistung und warb für die Lektüre ihres Berichtes über diesen harten Wettkampf auf der Homepage der TSG. Inklusion und die Einbindung von Menschen mit Behinderung ist ein Thema, welches auch in unserem Verein angekommen ist. Beispiel dafür sind Justin Finke und seine mit großem Engagement wirkende Mutter Jacqueline Finke. Justin lebt mit einer körperlichen und geistigen Behinderung und kann aufgrund der Unterstützung seiner Mutter als qualifizierte Übungsleiterin Sport leben und erleben. Justin fährt zu inklusiven Tischtennisturnieren und erzielt dort beachtliche Erfolge. Jacqueline Finke dankte im Laufe des Abends dem Verein für die Möglichkeiten, die ihr und ihrem behinderten Sohn gegeben werden, damit auch dieser Sport ausüben kann. In diesem Zusammenhang teilt der Verein mit, dass die Abteilung Reha-Sport den Aufbau einer Sportgruppe für körperlich und/oder geistig behinderte Kinder im Alter ab acht Jahren plant. Interessierte melden sich bitte bei Brigitte Teichmann von der Abteilung, Telefon: 0177 3983567, bisher war die Resonanz leider gering.

Dann ging es um Zahlen, genauer gesagt um die Mitgliederzahlen, deren Kurve jedes Jahr weiter nach oben zeigt. Zum Stichtag waren 1582 sportliche Menschen in der TSG organisiert, das waren 48 mehr als im Jahr zuvor. Sechs Abteilungen verzeichneten Zuwachs, leicht Rückgänge gab es in den anderen 6 Abteilungen. Erfreulich: 26 Kinder und Jugendliche mehr sind jetzt TSG-Mitglied, 482 U18-Mitglieder (ca. 30%) waren es zum Stichtag. Auch bei den Senioren konnte ein Mitgliederzuwachs  verzeichnet werden. Die neue Abteilung Schwimmen konnte zahlreiche Mehrfachmitglieder gewinnen, das heißt, Mitglieder sind in dieser und einer anderen Abteilung gemeldet.

Die Vereinsjugend wurde ermuntert, weiter ein aktives abteilungsübergreifendes Jugendleben im Verein zu gestalten. Lob gab es für die Frauenwartin Steffi Meyer. Durch ihre aktives Wirken (u.a. Organisation der traditionellen Frauentagsfeier) werden die Interessen von Frauen und Mädchen in unserem Verein gewahrt. Immerhin sind 56 Prozent der Mitglieder weiblichen Geschlechts. Die Pressewartin Anja Buschendorf hat mit der letzten Ausgabe des TSG Echo im vergangenen Jahr ihren Einstand gegeben und wird sich intensiver mit dem Internetauftritt des Vereins und mit dem Spiegel des Vereins in den Medien befassen.

Gut Ding will Weile haben könnte man vielleicht die Odyssee des Vereins beschreiben, einen Sportwart zu finden. Die Stelle war seit der Jahreshauptversammlung 2017 vakant und konnte nicht aus den eigenen Reihen besetzt werden. Mit Paul Fritz Mendel weht nun ein frischer Wind auf dieser Position.

Kurzum: Die TSG Markkleeberg von 1903 ist weiterhin der mitgliederstärkste Verein sowie der Verein mit den meisten Kindern und Jugendlichen in Markkleeberg und im Landkreis. Unser Verein belegt in der Mitgliederstatistik des Landessportbundes Sachsen den 26. Platz. In diesem Jahr wird der TSG Markkleeberg die Ehre zuteil, Gastgeber der Jahrestagung der Großsportvereine des Landes Sachsen am 06.06.2018 zu sein. .

Interessant für Freunde der Statistiken und Zahlen: 54 Funktionäre, 83 Übungsleiter und 109 Kampfrichter halten den Trainings- und Wettkampfbetrieb der TSG am Laufen. Der TSG-Präsident dankte den ehrenamtlich Tätigen, darin schloss er auch die Eltern, u.a. als „Taxen“ ihrer Kinder, ein, wünschte sich aber auch, dass sich mehr als die derzeitigen 16 Prozent aller Mitglieder ehrenamtlich für den Verein engagieren würden.

Das Thema Finanzen stand als nächster TOP im Geschäftsbericht. Die Anforderungen an das Abrechnungs- und Kassenwesen steigen. Nicht zuletzt ist deswegen der Vorstand gefragt, Verbesserungen für eine anforderungsgerechte, EDV-basierte Buchhaltung zu erschließen. Interessant zu wissen: 55 Prozent allen Geldes, mit welchem die TSG umgeht, stammt aus Beitragszahlungen; der Rest sind Einnahmen aus Zuschüssen, Werbung und Sponsoring. 37 Sponsoren und   Spender hat die TSG derzeit, davon inserieren 17 im TSG Echo. Dank an alle Sponsoren und Spender!

Wichtiges Thema alle Jahre wieder: die Sportstätten, deren Nutzungszeiten und –gebühren. Für Zahlenfreunde: Die TSG nutzt zehn Sportstätten der Stadt Markkleeberg 175 Stunden in der Woche für 35 350 Euro im Jahr 2017. Durch die Nutzung des neuen Sportbades sind die Nutzungsgebühren markant angestiegen. Ein besonderer Dank geht in Richtung Stadt für die Möglichkeit, die Sportanlagen und –stätten an den Wochenenden kostenfrei für Wettkämpfe zu nutzen. Und auch das sprach TSG-Präsident Rainer Leipnitz erneut an: Es gibt zunehmend Probleme bei der Bereitstellung geeigneter Trainingszeiten für hallengebundene Sportarten. Leipnitz sprach von einer „Wachstumsbremse“, die Einführung von Wartelisten mit längerer Wartezeit für manche Sportangebote sind das Ergebnis davon. Und dann rückte erneut die Dreifelderhalle in der Städtelner Straße in den Fokus, die wichtigste Trainingsstätte für den Verein. Immerhin trainieren dort ganzjährig 200 TSG-Basket- und 300 Volleyballer zu fast 80 Prozent ihrer Trainingszeiten. Eine seit Jahren überfällige Sanierung ist nun für 2019 angesetzt, sie soll aber nur das Allernötigste umfassen. Ein Riesenproblem wird die lange Schließzeit von Mai bis Oktober sein. Was in dieser Zeit mit den vielen Trainingseinheiten passiert, wollte sich der TSG-Präsident gar nicht ausmalen. Er war noch mutig genug, erneut an einen Anbau und eine Aufstockung der Halle zu erinnern. Das nächste Sorgenkind: der Camillo Ugi-Sportpark. Seit vielen Jahren steht die Forderung nach einer Teilüberdachung der Tribüne im Raum. Nach der Sperrung der Süßschen Villa mussten urplötzlich die  Sportgeräte für die Leichtathleten im Sportfunktionsgebäude eingelagert werden. Dank der WBG, die die finanziellen Mittel für den Erwerb eines Großcontainers zur Verfügung stellt, können die Sportgerätebald wieder trainingsnah untergebracht werden.

Weiterhin berichtete Rainer Leipnitz über die gute Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund, mit den Sportvereinen der Partnerstädte, mit den anderen Sportvereinen in Markkleeberg im Rahmen der AGSMV und mit den Schulen. Bei der Zusammenarbeit mit letzteren ist noch Luft nach oben. Leipnitz nannte die Stichworte Talentefindung, Schulische Arbeitsgemeinschaften und feste Kooperationen zwischen Schulen und Verein.

Der TSG-Präsident gab nun einen kurzen Ausblick in das kommende Jahr:  Auf dem Plan stehen wie immer sportliche Wettkämpfe in allen Ligen, Senioren-, Kinder- und Jugendsportspiele, das Stadtsportfest Markkleeberg mit dem EnviaM Städtewettbewerb sowie das Leichtathletik-Sportfest am 23. September. Die Beiträge werden im kommenden Sportjahr nicht steigen, die Mitarbeit aller Mitglieder sei erwünscht.

Nach dem Vorstandsbericht waren die Kassenprüfer mit Ralf Kirchner an der Reihe, um Bilanz des letzten Jahres zu ziehen. Die Kassenbücher sind ohne Beanstandung und das nun schon seit 1990, da es seit diesem Jahr keine Prüfung durch das Finanzamt gegeben hat.  Einzige Forderung der allesamt ehrenamtlich arbeitenden Kassenprüfer: Kostenlose Schulungen für die evtl.  neuen Abrechnungsprogramme.

Für den Ehrenrat berichtete Wolfgang Weihnert, dass dieser auch im vergangenen Jahr zum Glück keine Arbeit hatte, weil offenbar alles gut funktioniert in Verein und Abteilungen.

Nun hatten die Gäste das Wort. Oberbürgermeister Karsten Schütze übernahm die erste Redezeit. Er sprach von einer „beeindruckenden Bilanz des größten Sportvereins der Sportstadt Markkleeberg“, die mit 25 Sportvereinen aufwarten kann und in der mehr als jeder fünfte Einwohner in einem Verein organisiert ist. Auch die Nutzungsgebühren der Sportstätten („sie sind immer noch am unteren Ende im Vergleich mit anderen Städten“) und die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit mit 30 Euro pro Kind durch die Stadt („Man kann auch über eine Erhöhung diskutieren“) waren Themen, die der Oberbürgermeister ansprach. Auch die Sorgen mit der Dreifelderhalle fanden Erwähnung. Immer höher seien die veranschlagten Kosten für eine Sanierung gestiegen, die nun endlich im Mai 2019 nach erfolgtem positivem Fördermittelbescheid beginnen soll. Die Auswirkungen auf den Spiel- und Trainingsplan, so versprach der Oberbürgermeister, sollen so gering wie möglich gehalten werden. In diesem Atemzug hob OB Schütze die Leistungen der Neuseenland-Volleys hervor und outete sich als mitfahrende Unterstützer beim Relegations-Auswärtsspiel. Mit durchschnittlich 200 Zuschauern bei einem Heimspiel der Volleys seien die TSG-Sportler ein großes Aushängeschild für die Stadt Markkleeberg. U.a. in Marktredwitz (Bayern) wüsste man jetzt, wo das Neuseenland läge.

OB Schütze endet nach seinem Dank an Vorstand und Präsidenten für die konstruktive Zusammenarbeit mit den Worten „Keiner ist öfter bei mir als Rainer Leipnitz! Komme ich zu einer Sportveranstaltung, ist Rainer Leipnitz nicht weit – er lebt einfach für diesen Verein!“ Das kann man einfach so stehen lassen.

Landrat Henry Graichen war der nächste am Rednerpult. Er sprach von einer positiven Wirkung des Vereins in der Stadt und darüber hinaus. Er würdigte die Nachwuchsarbeit der TSG Markkleeberg von 1903: „Neue Kinder gewinnt man nicht, wenn ein Verein nicht funktioniert“. Begeistert war Graichen von der Arbeit mit behinderten Kindern: „Das ist keine Selbstverständlichkeit“. Er hatte auch noch hoffnungsvolle Nachrichten im Gepäck: Das Projekt Soziale Teilhabe, über das auch Detlef Renaldo Taube bei uns im Verein arbeiten kann, wird wohl fortgeführt, Folgeprogramme sind angestrebt.

Wolfgang Klinger vom Kreissportbund griff das Thema Kinder- und Jugendarbeit auf und bezeichnete die TSG auf diesem Feld als „Verein an der Spitze“. Sport sei die beste Jugendarbeit, hole die Kinder fort von Straße, Computer und Drogen.

Jürgen Kern von der AGSMV sprach dem ehrenamtlichen Engagement ein großes Lob aus, sparte aber auch nicht mit Anregungen und kritischen Worten. Die Sauberkeit in den Turnhallen war ihm eine Anliegen, alle – auch schon die Jüngsten in den Vereinen – müssten sensibilisiert werden, die Sportstätten gepflegt und sauber zu verlassen. Nur so profitierten alle von lange nutzbaren Hallen und Räumlichkeiten. Enttäuscht zeigte er sich von der Teilnahme am vergangenen EnviaM-Städtewettbewerb. Die Stadt habe nach vielen Jahren mit guten und sehr guten Ergebnissen mit einem bescheidenen 10. Platz abgeschlossen. Er forderte mehr Engagement, es sei leicht verdientes Geld und jeder Verein könnte seine Mitglieder motivieren, für ihre Stadt Geld zu erradeln. Nicht zuletzt warb er für die Teilnahme am Stadtsportfest, welches am 5./6. Mai am Festanger mit Fußball, Volleyball, Schach, Tischtennis und Skat stattfinden wird.

Nach den Wortbeiträgen ging es weiter auf der Tagesordnung mit der jeweils einstimmigen Entlastung des Vorstandes, der Kassenprüfer und des Ehrenrates. Danach folgten die Vorstellung und einstimmige Genehmigung des Haushalts 2018 und die Genehmigung von Kooptierungen in Vorstand, Ehrenrat und bei den Kassenprüfern: Paul Fritz Mendel als Sportwart, Anja Burkhard als Kassenprüferin und Dirk Hünlich als Ehrenratsmitglied. Und dann gab es Blumen und Anerkennung – je 4 Ehrennadeln des Landessportbundes in Silber und Bronze wurden an verdienstvolle TSG-Mitglieder verliehen. Mit Händeschütteln und Glückwünschen an die Ausgezeichneten und der Erinnerung an die Einladung zur Frauentagsfeier 2 Tage später endete die nunmehr 29. Jahreshauptversammlung der TSG Markkleeberg von 1903 e.V.

Liste der Ehrungen hier.

Anja Buschendorf

PS: Wichtiger Termin für alle TSG-Mitglieder: Das Vereinsbowling soll wieder aufleben. Termin dafür ist der 10. September in der Straßenbahn.





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