In und um das Schloss Moritzburg stand das gesamte Wochenende ganz im Zeichen des Triathlons. Der Schlosstriathlon ist eine der wenigen Veranstaltungen die am gesamten Wochenende alle Distanzen beim Triathlon anbietet und die einzige Möglichkeit, im trüben Schlossteich schwimmen zu dürfen. Am Sonnabend wurden die Wettkämpfe über die Land- und Halbdistanz ausgetragen und Sonntag schlossen die Kurz- und Sprintdistanz an.

An beiden Tagen war die TSG vertreten. Jan Gutscher startete am Sonnabend über die Halbdistanz und Alex Krug und Claudius Rotzsch am Sonntag über die Sprintdistanz.

Der Check-In in den Wechselgarten am Sonnabend verlief reibungslos und die fleißigen Helfer zeigten einem den Wechselplatz. Nach dem einrichten der Wechselstelle ging es zu Fuß zum Schwimmstart. Man hatte eine Stelle gefunden die mit 22,7 °C Wassertemperatur die Nutzung des Neoprenanzuges gerade noch gestattete.

Punkt 11 Uhr erfolge der Kanonenschuss zum Start. Die Schwimmstrecke führte einmal entgegen der Uhr um die Schlossinsel. Das Gerangel zog sich im Teich diesmal lange hin und begann an jeder Boje und den Tunneln von vorn, so dass der Schwimmrhythmus erst spät möglich war. Trotz dessen war eine gute Schwimmzeit von knapp 33 min möglich.

Die schön wellige Radrunde mit drei kurzen Kopfsteinpflasterpassagen konnte bei fast windstillen Bedingungen zügig mit einem 37er - Schnitt gefahren werden. Die Helfer an den Verpflegungsstellen gaben ihr Bestes um Flaschen und Riegel / Gel gekonnt zu reichen. Nach drei Runden und 85 km stand nach 2:16 h auf dem Rad der zweite Wechsel an.

Drei Laufrunden mit 7 km im Jagdrevier bildeten den Abschluss. Der kleine Hunger wurde durch die sehr gute Verteilung der Verpflegungspunkte schnell gemildert. Mit knapp 1:27 h für die letzte Disziplin ging der Plan auf.

Insgesamt erreichte Jan Gutscher mit 4:19:57 den 15. Gesamtplatz und den 4. Platz in der AK3, welche mit einem Profitriathleten auf dem ersten Rang und einem Deutschen Meister auf dem zweiten Rang top besetzt war.

Nachdem Jan Gutscher am Samstag sensationell vorgelegt hatte, machten sich am Sonntag die nächsten Markkleeberger nach Moritzburg auf, um am Sprint-Rennen teilzunehmen. Die Voraussetzungen waren leider nicht optimal, Alex war beim letzten Wettkampf in Gera umgeknickt und konnte nicht laufen in der Vorbereitung. Claudius Rotzsch hatte krankheitsbedingt sogar eine Trainingspause von 5 Wochen aufzuweisen.

Die prächtige Kulisse des Schlosses und die Gedanken an Aschenbrödels Haselnüsse machen jedoch besondere Lust, sich zu bewegen. Also Auto eingeparkt und alles ausgepackt, Luft aufs Rad und los. Auf dem Parkplatz erklärte einer der Dresdner seinen, wohl ausländischen Gästen etwas von „...many Karpfens“. Huuh! Sehen konnte man sie auch. Sie furchten mit ihren Rückenflossen wie die weissen Haie durch die Schlossteiche.

Der Moritzburger Triathlon ist perfekt organisiert. Anmeldung, check in, Umfeld – alles ist unproblematisch und angenehm. Halb 3 liefen wir in der Markkleeberger Gruppe vom Wechselgarten zum Start. Der fast schon legendäre Moderator Andy Claus ermahnte uns dabei, die Zeitmatte zu überqueren, um „scharf geschaltet“ zu werden, was man innerlich sofort spürte.

Alex Krug und Claudius Rotzsch hatten die erste, Bettina Rotzsch die dritte Startwelle erwischt. Start auch hier durch Kanonenschlag und 22°C Wassertemperatur, das machte doch Freude. Alle kamen gut durch und amüsierten sich unterwegs über die wirklich sehr speziellen Bedingungen mit dem dunkelbraunen Wasser und den langen Laufstecken im Teich. Und jeder konnte einige Karpfen hinter sich lassen.

Auf der Radrunde begann es ordentlich zu regnen. Damit flogen die Lieblingsbikes wie die fliegenden Fische über den glatten Asphalt. Auf den kurzen Kopfsteinpflasterstrecken und in den scharfen Kurven mussten wir aber höllisch aufpassen, um nicht zu stürzen. Wir drei als recht gute Radfahrer konnten jeder einige Konkurrenten einsammeln und gingen hochmotiviert auf die Laufstrecke. Die recht crossigen Wege waren jedoch schon etwas aufgeweicht, und der harte Stich im Wald kostete zusätzliche Körner. Aber auch beim Laufen schafften wir es dann doch, jeder in seinem Rahmen Butter bei die Fische zu geben.

Letztlich waren alle mit den Resultaten sehr zufrieden, Alex Krug - 1:19:38 (11. Platz M45), Claudius Rotzsch - 1:23:55 (12. Platz M45) und Bettina Rotzsch - 1:35:17 (9. Platz W45), ließen uns mit der Fi(ni)shermedaille um den Hals die leckere Zielverpflegung schmecken: Fischbiersuppe, Rollmops, Brathering, Karpfenkuchen.

Der Schlosstriathlon ist nicht nur jedem, der Fische und DDR-Märchenfilme mag, absolut zu empfehlen. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr in Moritzburg!


Text: Claudius Rotzsch und Jan Gutscher







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