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7. Die politische "Wende" mit der "Umgründung" der "TSG Markkleeberg" als e.V. und die Entwicklung der "TSG Markkleeberg von 1903 e.V." bis heute

Als Ende 1989 das Ende der DDR anbrach, dachte verständlicherweise zunächst wohl niemand vordergründig an die Veränderungen, die sich daraus auch für den Sport im allgemeinen und in der TSG Markkleeberg im speziellen ergeben würden. Und doch war die politische "Wende" natürlich gleichzeitig auch eine markante Wende im Sport. Für die TSG Markkleeberg begann das damit, dass wir im Januar 1990 den damaligen, uns "zentral verordneten" hauptamtlichen Vorsitzenden kraft eigener Entscheidung vor die Tür setzten. Bis auf weiteres übernahm der damalige Stellvertrende Vorsitzende Rainer Leipnitz die Führung der TSG. Unterstützung in der für uns einigermaßen "unübersichtlichen" Zeit kam schon bald aus der Stadt Hemmingen (bei Hannover), von wo uns der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Hemminger Sportvereine und 1. Vorsitzende des SC Hemmingen-Westerfeld, Jupp Wiesner, besuchte. Sein Rat, ein Gegenbesuch in Hemmingen und zahlreiche zur Verfügung gestellte Dokumente halfen uns über die ersten Schwierigkeiten auf dem Weg zu einem Sportverein nach deutschem Vereinsrecht hinweg. In einer Sitzung im Mai 1990 beschäftigte sich die TSG-Leitung umfassend mit der neuen Situation. Im Ergebnis sprachen sich alle damals bestehenden Sektionen außer Fußball und Turnen, für die "Umgründung" der TSG als e.V. (eingetragener Verein) aus. Während die Turner später ebenfalls (zunächst) ihre Zustimmung äußerten, schieden die Fußballer auf eigenen Wunsch per 30.06.1990 aus der TSG aus (und bildeten einen eigenen Fußballverein - den damaligen "1. FC Markkleeberg").

In mehreren folgenden Sitzungen wurde die "Umgründung" intensiv vorbereitet. Dabei besann man sich auch seiner sportlichen Traditionen aus der Markkleeberger Vergangenheit und beschloss, der Gründungsversammlung die Nachfolge des am 11.07.1903 gegründeten, wie die TSG in Gautzsch (Markkleeberg-West) ansässigen, "Arbeiter-Turn-Vereins Gautzsch" (später umbenannt in "Verein für Leibesübungen Gautzsch", dessen Sportanlagen in der Markkleeberger "Lauer" bis zur Wegnahme infolge des sich bis dorthin ausbreitenden Braunkohleabbaus von uns genutzt wurden) und dementsprechend die Aufnahme des Jahres 1903 als Gründungsjahr in den Vereinsnamen vorzuschlagen.

Die (Um-)Gründungsversammlung des "neuen" Vereins fand schließlich am 17.07.1990 im Lindensaal Markkleeberg statt. 54 stimmberechtigte Mitglieder trugen sich als Mitglieder ein, wählten den ersten Vorstand der "Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Markkleeberg von 1903 e.V." (Kurzform "TSG Markkleeberg") als Nachfolger des "Arbeiter-Turn-Vereins Gautzsch" und der "TSG Markkleeberg" und beschlossen deren Statut. Der Verein bestand zu diesem Zeitpunkt aus den Sektionen Allgemeine Sportgruppen, Basketball, Judo, Karate, Kraftsport, Leichtathletik, Schach, Tischtennis, Turnen und Volleyball und hatte 475 Mitglieder. Als 1. Vorsitzender wurde (in Abwesenheit, da er inzwischen arbeitsmäßig im Hamburg weilte) Rainer Leipnitz gewählt, als seine Stellvertreter Peter Pohlmann und Jörg Klemm. Mit Datum vom 18.09.1990 wurde die TSG Markkleeberg mit der Nr. 103 im Vereinsregister des Kreisgerichtes Leipzig-Land registriert. Im Dezember 1991 wurde der Verein Mitglied im Landessportbund Sachsen.

Seit der "Umgründung" im Juli 1990 hat der Verein eine überaus erfreuliche Entwicklung genommen. Nachdem bedauerlicherweise die Turner Ende 1990 aus der TSG ausschieden, um einen eigenen, anderen Tradtitionen folgenden Turnverein ("TV Markkleeberg von 1871 e.V.") zu gründen, war dann im wesentlichen ein kontinuierlicher Mitgliederzuwachs zu verzeichnen (siehe Grafik).

 

 

Heute ist die TSG mit 1483 Mitgliedern (Stand 01.01.2011) der mit Abstand größte Sportverein im neuen Landkreis Leipzig und gehört zu den 20 mitgliederstärksten Sportvereinen im Freistaat Sachsen. 412 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, 403 Mitglieder sind 60 Jahre alt und älter, ca. 57 % der Mitglieder sind weiblich. Der Verein verfügt über 10 sehr aktive Sektionen, in denen sowohl Freizeit- und Erholungssport als auch (Amateur-)Wettkampfsport bis zur Regionalliga bzw. bis zur Teilnahme an Deutschen Meisterschaften betrieben wird. Es sind dies Badminton (neu seit 1993), Basketball, Gymnastik, Judo, Leichtathletik, Reha-Sport (2000 aus Gymnastik "ausgegründet"), Schach, Tischtennis, Volleyball und Wandern (neu seit 1991). Mitgliederstärkste Sektionen sind Gymnastik (aktuell 314 Mitglieder), Leichtathletik (269) und Reha-Sport (259). In den Jahren seit 1990 kamen und gingen einige weitere Sektionen (Boxen, Karate, Kraftsport und Nin Jitsu). Gute Wettkampfergebisse, mit denen viel Werbung für den Verein und die Stadt Markkleeberg gemacht wird, sind insbesondere in den Sektionen Basketball, Leichtathletik Schach und Volleyball sowie in jüngster Zeit auch Judo und Tischtennis zu verzeichnen. Doch auch in den Sektionen mit keinem (Gymnastik, Reha-Sport) oder nur wenig (Badminton und Wandern) Wettkampfsport finden die Mitglieder viel Spaß am gesunderhaltenden Sport und an der Geselligkeit im Verein.

Die TSG wird von einem Vorstand geführt, dem auch alle Sektionsleiter angehören, so dass die Interessen jeder Sektion in der Vorstandsarbeit ausgewogen berücksichtigt werden können. Die Vereinsjugend verfügt über einen eigenen Vorstand und ist durch den Vereinsjugendleiter ebenfalls im Vorstand mitspracheberechtigt. Die Interessen der weiblichen Mitglieder vertritt die Frauenwartin im Vorstand. Ehrenrat und Kassenprüfer wachen über die ordnungsgemäße Abwicklung der Vorstandsarbeit und der Kassengeschäfte des Vereins (Hauptkasse und Sektionskassen). Die sportliche Arbeit in den Sektionen (mehr als 120 Trainingseinheiten pro Woche und zahlreiche Wettkämpfe zumeist an den Wochenenden) wird von 75 ehrenamtlichen Übungsleitern, davon 49 mit DSB-Lizenz/Zertifikat, verantwortungsbewusst durchgeführt. Insgesamt 51 Vereinsmitglieder sind als qualifizierte Kampf- und Schiedsrichter bei den Wettkämpfen in den einzelnen Sportarten tätig.

Die TSG ist von Beginn an Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Markkleeberger Sportvereine (AGMSV) und nicht nur in dieser Rolle bemüht, Akzente für den Sport in der Stadt Markkleeberg zu setzen. Eines der „Markenzeichen“ dafür ist das jährlich nach den Schul-Sommerferien unter der Schirmherrschaft des Markkleeberger Oberbürgermeisters und TSG-Ehrenmitglieds Dr. Bernd Klose stattfindende traditionelle Leichtathletik-Sportfest im Sportpark Camillo Ugi.

Markkleeberg, im März 2009

Pohlmann/Leipnitz
Friday the 22nd. .