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3.PlatzhalterNationalsozialismus, zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit (1933 bis 1950)

Mit dem Jahr 1933 begann eine leider sehr unerfreuliche Periode der deutschen Geschichte, die sich natürlich auch im Sport auswirkte. Das vom deutschen Reichstag am 23.05.1933 verabschiedete Ermächtigungsgesetz "Zur Behebung der Not von Volk und Reich" begründete die Diktatur des Nationalsozialismus. Zu seinen Zielen gehörte auch die sogen. "Gleichschaltung" des Sports, was nichts anderes bedeutete als die totale Unterordnung des Sports und der Sportvereine unter die Ziele des NS-Regimes. Mit dem neu geschaffenen Deutschen Reichsbund für Leibesübungen (DRL) wurden die Pläne zur völligen Neuorganisation des Sports umgesetzt.

Für die Arbeitersportvereine, so auch für den VfL, bedeutete dies, wie schon gesagt, das Ende. Um weiter organisiert Sport treiben zu können, traten viele Arbeitersportler in die zumeist völlig neuen, z.T. aber auch "gleichgeschalteten", mit neuen Leitungen besetzten ehemaligen bürgerlichen Sportvereine ein. Vielfach waren sie sich dabei den neuen Zielstellungen dieser Vereine nicht bewusst, einige jedoch versuchten bewusst - wenn auch versteckt -, ihre Traditionen und Grundhaltungen in diesen Vereinen in vielleicht wieder bessere Zeiten hinüberzuretten. Dies fiel jedoch schwer, denn schon Ende 1933 begann die völlige Faschisierung der Körperkultur und des Sports unter dem Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten.

In Markkleeberg nahm in dieser Zeit aufgrund des Verbots der Arbeitersportvereine die Zahl der Sportvereine ab. Es gründeten sich jedoch schrittweise auch neue Sportvereine. Die ehemaligen VfL-Mitglieder fanden sich in dem einen oder anderen davon wieder, so z.B. in der "Turn- und Sportvereinigung Markkleeberg-Ost", in der "Turn- und Sportgemeinde Jahn 1871 Markkleeberg", im "Verein Markkleeberger Kegler" oder im "Turnverein Oetzsch mit Raschwitz".

Während die Vorstände der Sportvereine (inzwischen bezeichneten sie sich z.T. als "Führer"...) unter den politischen Einflüssen bemüht waren, die Turner und Spieler ihren Zielen unterzuordnen, wurden diese aber nachdenklicher, erkannten den Ernst der Lage (Kriegsvorbereitung - ein guter Soldat braucht einen sportlich gestählten Körper) und blieben teilweise den angesetzten Veranstaltungen fern.

Es folgte der zweite Weltkrieg mit unsäglichem Leid für viele, eine Zeit, in der der Vereinssport und seine Traditionen natürlich keinerlei Bedeutung mehr hatten.

Dies galt auch für die unmittelbare Nachkriegszeit, und dennoch begannen schon bald nach Kriegsende und Zerschlagung des Faschismus wieder erste sportliche Aktivitäten. Die Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrates bestimmte zwar einerseits das Verbot jeglicher sportlicher Betätigung mit militärischem oder vormilitärischem Charakter, erlaubte jedoch andererseits die "Errichtung nichtmilitärischer Sportorganisationen lokalen Charakters".

Dementsprechend gab es, unterstützt durch das Sportamt der Stadt, auch wieder erste Versuche in Markkleeberg auf sportlichem Gebiet, so gründete sich schon im Juli 1945 die "Sport-Gemeinschaft (SG) Markkleeberg". In ihr fanden viele frühere sportliche Traditionen ihre erste Anbindung und aus ihr bzw. ihren Mitgliedern gingen zahlreiche spätere sportliche Aktivitäten und Organisationen Markkleebergs hervor. Zu den ersten sportlichen Wettkämpfen kam es in Markkleeberg wieder ab 1948/49, zunächst in den Sportarten Radrennen, Fußball, Handball und Boxen.

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