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2.PlatzhalterAufschwung und zwischenzeitliches Ende (1930 bis 1933)

Die Bedeutung der Vorturnerschaft wird in der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum des VfL u.a. wie folgt beschrieben: "Durch intensivste Arbeit gelang es, dass ... vier Turngenossen die Vorturnerprüfung mit Erfolg bestanden, und somit war der Grundstock für eine Vorturnerschaft, für die Seele des Vereins, gelegt." (eine Einschätzung übrigens, die noch heute voll zutrifft, denn ohne die qualifizierten Übungsleiter wäre das anforderungsgerechte Sporttreiben in der TSG unvorstellbar, und um Übungsleiter zu werden, bedarf es auch heute noch "intensivster Arbeit"). Doch es gibt auch Nachrichten aus dieser Zeit , die heute eher verwundern. So durften z.B. Jugendliche nur mit Erlaubnis des Schulvorstandes Mitglied im Turnverein werden - heute freut sich jede Schulleitung, wenn die Schüler in einen Sportverein eintreten, um dort sinnvoll ihre Freizeit zu verbringen. Und in einem Verein wie der TSG, wo heute mehr als 50% der Mitglieder Frauen und Mädchen sind, wird folgendes Zitat aus der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum des VfL, Erstaunen auslösen: "Als vor 25 Jahren die Turnerinnenabteilung ins Leben gerufen wurde, glaubten viele Einwohner, das sei der Untergang der Sittlichkeit und Moral. ... Sehen wir uns heute unsere Turnerinnen an, so sehen wir eine muntere Schar, welche erkannt hat, dass Leibesübungen zum Leben gehören wie Salz auf das Brot."

Doch zurück zum Sport-Eigenheim. Bereits 1930 wurde mit dem Bau begonnen. Unter fachkundiger Leitung des Vorstandes, von dem uns leider nur noch die Herren Alfred Frees, Rudolf, Kurt und Oskar Dähne, Richard Pfeifer, Otto Utzelino, Otto Lange, Erich Krebs und Alfred Burkhard namentlich bekannt sind, entstanden auf dem Gelände der "Lauer" (in der Nähe des damaligen Familienbades), wofür dem VfL das Erbbaurecht erteilt worden war (übrigens bis zum 30.06.2029 !), hauptsächlich in Eigenleistung der Mitglieder in nur knapp zweijähriger Bauzeit der Sportplatz mit Turnhalle und Anbau. Eine grandiose Leistung in dieser Zeit. Die Gesamtkosten, einschließlich der behördlichen Gebühren und der Unkosten für Wasser-/Abwasser- und Elektroanschluss, betrugen übrigens ganze 25.000,00 Mark.

Nun blühte der Verein weiter auf, besonders die Turnspielbewegung entwickelte sich gut. Am Anfang betrieb man Faust- und Trommelball. Später kamen Schlag- und Raffball dazu, zuletzt Feldhandball. Oft waren es die gleichen Mitglieder, die mehrere Spielsportarten betrieben. Mit einigen Mannschaften nahm man an Serienspielen teil. Ganz unproblematisch verlief diese Entwicklung, die ja ein wenig weg vom reinen Turnen ging, im Verein aber wohl nicht, wie man aus folgendem Zitat aus der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum schließen kann: "Möge nun auch weiterhin zwischen Turnspielbewegung und Vereinsleitung ein einheitliches Zusammenarbeiten bestehen bleiben, so können wir sicher sein, zum Nutzen der gesamten Arbeiter-Turn- und -Sportbewegung als auch zum Nutzen des Vereins Erfolge zu erringen. Vorwärts immer, rückwärts nimmer!". Der 1922 gegründete Spielmannszug (dessen Trainingsstätte übrigens die Kegelbahn des Vereinslokals war und der 1926 erstmals an die Öffentlichkeit trat), spielte inzwischen bei vielen Gelegenheiten auf. Auch die (nach Auskunft von Zeitzeugen) bereits 1921 gegründete Kegelsparte (Initiatoren waren Albin Zeibig und Paul Jahr) entwickelte sich weiter. Ihr erfolgreichster Kegler war Arthur Pfahl, der 1928 sogar Sachsenmeister der Arbeiterkegler geworden war. Im Turnerbereich erlebten die 1925 gegründete Kraftsportabteilung "Jugendkraft" und eine Gruppe von Akrobaten Aufschwung.

Doch mit der Machtübernahme durch das NS-Regime 1933 wurde die so erfreuliche Entwicklung gestoppt, denn die Arbeiter Turn- und -Sportvereine wurden verboten, so auch der "Verein für Leibesübungen e.V.".

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